Vorausschau in Unternehmen

Eine Delphi-Studie zum Einsatz von Methoden der Zukunftsforschung unter Berücksichtigung der Anforderungen von Wirtschaft und Forschung

Ein Forschungsprojekt von Nicole Ambacher
September 2011 - Juni 2012

Abschlussprojekt des Masterstudiums

Diese Studie war das Abschlussprojekt meines Masterstudiums der Zukunftsforschung an der Freien Universität in Berlin. Die Studie wurde unter Leitung von Dr. Kerstin Cuhls am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung durchgeführt. Bei der methodischen Konzeption und der technischen Umsetzung der Delphi-Befragung wurde ich von Daniel Knapp unterstützt.

Ziele der Studie

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie der Einsatz von Methoden in Unternehmen verbessert werden kann. Dazu werden Anforderungen an Methoden im Kontext Wirtschaft aufgezeigt und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen sowie die Profession Zukunftsforschung abgeleitet. Darüber hinaus soll die Arbeit die Methodendiskussion ergänzen und die praktische Relevanz von Zukunftsforschung erhöhen.

Kernfrage der Arbeit

Diese Arbeit fokussiert auf die Ausarbeitung von Problemen beim Einsatz von Methoden der Zukunftsforschung und auf praktische Handlungsempfehlungen für Unternehmen und die Disziplin Zukunftsforschung. Die Kernfrage lautet: Wie können Methoden der Zukunftsforschung in Unternehmen gewinnbringend eingesetzt werden?

Methodisches Vorgehen

Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine empirische Studie durchgeführt. Danach wurden theorie- und praxisorientierte Implikationen abgeleitet. Die Forschungsarbeit wurde im September 2011 begonnen. Im Juni 2012 wurde das Projekt mit der Masterarbeit abgeschlossen.

Forschungsablauf

Studiendesign

Mixed-Method-Ansatz

Das Forschungsprojekt erfolgte nach dem Mixed-Methods-Ansatz mit Schwerpunkt auf qualitativer Forschung. Dafür wurden zum einen in der Vorstudie und der Hauptstudie unterschiedliche qualitativ ausgerichtete Methoden eingesetzt, zum anderen fand innerhalb der Hauptstudie eine Triangulation in der Erhebung von quantitativen Daten und qualitativen Daten statt.


Die Delphi-Methode

Befragung von Experten

Die Delphi-Studie ist eine Methode, die in der Zukunftsforschung zur Befragung von Experten eingesetzt wird. Bei der Delphi-Methode werden diese in einem mehrrundigen Prozess um eine Einschätzung gebeten. Diese Forschungsmethode erlaubt es, auf eine große Wissensbasis zurückzugreifen. Das Ziel ist es, aus den Experteneinschätzungen Handlungsoptionen abzuleiten.


Die Leitfragen

Schwerpunkte der Studie

Die Leitfragen waren:

  • Welche Methoden der Zukunftsforschung werden in Unternehmen eingesetzt?
  • Welche Probleme behindern den Einsatz der Methoden und wie können die Hürden verringert werden?
  • Wie werden Delphi-Studien und die Szenario-Methode im Unternehmenskontext eingesetzt und welche Schwierigkeiten tauchen im konkreten Einsatz auf?
  • Welchen Wert bieten die Methoden für die Unternehmen und wie kann sich dieser Wert messen lassen?

Beteiligte Experten

Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen

Die Experten kamen aus der Lehre des Studiengangs Zukunftsforschung und Innovationsmanagement, aus Führungspositionen im Bereich Strategie- und Innovation aus mittelständischen Unternehmen und weltweit agierenden Konzernen, dem Bereich Consulting und dem Bereich Forschung und Entwicklung.


Teilnehmer der Hauptstudie

35 Teilnehmer an der Delphi-Studie

Forschungsablauf

Hürden im Einsatz

Welche Hürden sehen Sie beim Einsatz von Methoden in Unternehmen?

n=54, Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich

Huerden

Mit 84% an erster Stelle steht für die Befragten das fehlende methodische Wissen. Auf dem zweiten Rang werden mit 68% fehlende personelle Ressourcen angegeben. Danach folgt mit rund zwei Dritteln die Dauer des Einsatzes von Methoden. Daraufhin folgen der für Unternehmen hohe Aufwand, die Schwierigkeit der Kommunikation der Ergebnisse in Unternehmen, die Passungenauigkeit im Unternehmensalltag und die limitierten finanziellen Ressourcen mit jeweils rund 60%. Die finanziellen Ressourcen sind für rund ein Drittel eine Hürde.


Methodisches Wissen

Wie hoch ist das methodische Wissen in Unternehmen?

n=54, Verteilung in Prozent

Wissen

In der ersten Befragungsrunde wurden die Experten gebeten, das Vorhandensein von methodischem Wissen auf verschiedenen Hierarchieebenen zu bewerten. Hierbei wird zwischen den Ebenen „Führungsebene“, „Mittleres Management“, „Mitarbeiter ohne Führungsposition“ und „Mitarbeiter, die in den letzten fünf Jahren einen Hochschulabschluss erlangt haben“ unterschieden. Das Schaubild stellt die Ergebnisse in Prozent dar. Insgesamt haben 54 Experten diese Frage beantwortet.


Belegbarkeit der Ergebnisse

Lassen sich die Ergebnisse der Methoden mit "harten" Daten belegen?

n=49, Angaben in Prozent

Belegbarkeit

Bei dieser Frage war die Meinung der Experten geteilt. 36% waren der Ansicht, dass sich die Methoden in Unternehmen mit „harten“ Daten belegen lassen. 44% waren der Ansicht, dies sei nicht möglich. 20 % gaben an, dass sie die Antwort auf diese Frage nicht wissen.

„Unternehmen können sich nicht auf Methoden stützen, die von Wissenschaftlern für Wissenschaftler entwickelt wurden.“ Zitat eines Teilnehmers der Delphi-Studie

„Es sind nicht die Methoden die angepasst werden müssen, es sind die Unternehmen.“ Zitat eines Teilnehmers der Delphi-Studie

Die Studie zeigt, dass der Methodeneinsatz in Unternehmen besondere Herausforderungen mit sich bringt. Hürden zeigen sich beispielsweise bei fehlendem Wissen, der zu langen Dauer von Prozessen, limitierten personellen und finanziellen Ressourcen und in der Kommunikation der Ergebnisse.

Aus den ermittelten Problemfeldern wurden Anforderungen abgeleitet, die an die Methoden der Zukunftsforschung in Unternehmen gestellt werden. Sie müssen erlernbar, transparent, motivierbar und kommunizierbar sein. Wichtig sind zudem die Messbarkeit und Anschlussfähigkeit, die Skalierbarkeit der Methoden und die Möglichkeit zur Kollaboration.

Diese Hürden können nur durch gemeinsame Anstrengungen der Profession Zukunftsforschung und der Unternehmen überwunden werden. In einem gemeinsamen Prozess der Annäherung liegt die Chance, Vorausschau in Unternehmen attraktiv und gewinnbringend zu gestalten.

Auswertung

Bis zum Abschluß der Gesamtauswertung werde ich zu fünf ausgewählten Themenbereichen Teilergebnisse veröffentlichen:

  • Schnelle Übersicht vor der Gesamtauswertung
  • Wichtige Fakten auf einen Blick erkennbar
  • Insgesamt fünf PDFs für Ihre Unterlagen
  • Jeweils nur zwei Seiten

Methodisches Wissen als Schlüsselfaktor

Bei Strategie- und Innovationsprozessen werden verschiedene Methoden der Vorausschau eingesetzt.

Doch wie steht es um das methodische Wissen in den Unternehmen selbst? Über 90% der befragten Experten gehen davon aus, dass das Wissen über Methoden und ihre Einsatzmöglichkeiten zu gering ist.

Erfahren sie wie der Einsatz von Zukunftsforschung im Unternehmen nachhaltiger gestaltet werden kann.

PDF runterladen

 

Szenario: Entwicklungen von Morgen erkennen

Mit Szenarien wird versucht, zukünftige Entwicklungen zu erkennen und Handlungsstrategien zu entwickeln.

Doch wie steht es um den Einsatz dieser Methode im Unternehmen? 57% der befragten Experten geben an, dass sie selbst Szenarien in ihrem Arbeitsalltag einsetzen.

Erfahren sie was Szenarien für den Unternehmenserfolg leisten können durch eine Mail an Nicole.Ambacher@web.de.

Anfrage per Mail

Nicole Ambacher

Ich habe Pflegepädagogik studiert und in der Patientenversorgung, Ausbildung von Pflegepersonal und Konzeption von E-Health-Angeboten gearbeitet. Zum Masterstudiengang Zukunftsforschung bin ich durch mein Interesse für Veränderungsprozesse gekommen. Mein wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Durchführung von Forschungsarbeiten im Bereich der Gesundheitsversorgung von Morgen und auf der Gestaltung und Weiterentwicklung innovativer Methodendesigns der Zukunftsforschung.

Masterstudium Zukunftsforschung

Ich habe im Juni 2012 als erste Absolventin das Studium Zukunftsforschung abgeschlossen. Der Masterstudiengang wird an der Freien Universität Berlin gelehrt.

LogoZF

Mehr Informationen finden sie auf der Webseite des Studiengangs.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zu Projekt haben, können sie mich gerne kontaktieren. Ich bin selbstständig als Zukunftsforscherin tätig und unterstütze Sie gerne bei einem Ihrer Projekte.

Nicole Ambacher
Wühlischstr. 30
10245 Berlin
nicole.ambacher@web.de

Daniel Knapp

Daniel Knapp ist Diplom-Ingenieur der Informatik und arbeitet als Head of Technology für ein Start-Up im Gesundheitswesen. Er hat das Projekt bei der methodischen Konzeption und der technischen Umsetzung unterstützt. Sein Schwerpunkt ist die Telemedizin und er interessiert sich für die Möglichkeiten der Informationstechnologie zur Indivídualisierung von Gesundheitsprogrammen.

„Ich kann nicht voraussehen, aber ich kann den Grund zu etwas legen. Denn die Zukunft baut man.“ Antoine de Saint-Exupéry

Weitere Projekte

Zusammen mit anderen Projektpartnern habe ich weitere Projekte durchgeführt. Auf den Projektwebseiten finden sie mehr Informationen.

Für das Lernzentrum der Charité in Berlin: Die Zukunft der Ausbildung ärztlicher Fertigkeiten .

Für die Technische Hochschule Wildau: Neue Geschäftsmodelle in der Personalisierten Medizin.

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Nicole Ambacher
Wühlischstr. 30
10245 Berlin
nicole.ambacher@web.de

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